Das Laboratorium Soluna ist von Alexander von Bernus im Jahre 1921 unter dem Namen "Laboratorium Stift Neuburg" gegründet worden. Auf Stift Neuburg bei Heidelberg hatten jahrelange Forschungsarbeiten, vor allem Studien der Werke von Paracelsus, Bernus zur Entwicklung eigener Heilmittel geführt. Seit 1914 arbeitete er mit Conrad Johann Glückselig zusammen, ein Alchemist aus Stuttgart. Glückselig hat später eigene spagyrische Arzneimittel hergestellt, die heute noch von der Firma Phönix in Bondorf bei Stuttgart hergestellt und vertrieben werden. Nach dem Verkauf von Stift Neuburg, 1925, siedelte Bernus nach Stuttgart über. Dort richtete er in der Schellbergstraße 41 wieder ein Laboratorium ein. Bereits 1921, vor dem Verkauf des Anwesens in Heidelberg-Ziegelhausen, hatte er das kleine Schloss Schloss Donaumünster erworben, auch dort hatte er ein Labor eingerichtet, um während seiner Aufenthalte auf dem Lande, vor allem während der Sommermonate, an seinen Heilmitteln weiterarbeiten zu können. Nach 1943 siedelte die Familie ganz nach Donaumünster über, da Wohnhaus und Laboratorium in Stuttgart durch einen Bombenangriff vollkommen zerstört worden waren. Bis zu seinem Tode im Jahre 1965 arbeitete Alexander von Bernus dichterisch und alchemistisch auf Schloss Donaumünster.
Nach seinem Tode übernahm die anthroposophische Heilmittelfirma "Wala" die Herstellung der Soluna-Mittel, der Vertrieb wurde von Isa von Bernus auf Schloss Donaumünster bewerkstelligt.
Die Firma "Wala" hat die Herstellung der Soluna-Mittel mit Sorgfalt und Liebe durchgeführt. Zufällig habe ich in Berlin mit der Nichte des damaligen Hestellungsleiters Philosophie studiert. Sie erzählte davon, weil sie öfters bei der Wala jobbte und auch bei den Bernus-Heilmitteln tätig war. Die "Wala" hat nicht zu einer Verschuldung von Isa von Bernus geführt, Isa von Bernus war zu dieser Zeit niemals pleite, das zeigen noch Kontoauszüge aus der Zeit, sie konnte mit den Erträgen das Schloss instandhalten, zum Beispiel Anfang der achtziger Jahre das Dach des Schlosses neu decken lassen.
Das änderte sich rabiat, als Lazzeroni und Proeller die Herstellung der Solunamittel an sich rissen.
In den achtziger Jahren kam ein Italiener, Drucker von Beruf, der wohl auch fotographierte, und gab sich der Baronin gegenüber als sehr an der Alchemie und der Dichtkunst Interessierter aus, später kam Karin Proeller dazu und das Laboratorium wurde in eine GmbH umgewandelt, von der die Mehrheitsanteile nicht in den Händen der Baronin lagen, und später wurden alle Anteile an dieser GmbH an den Italiener und an Karin Proeller veräußert (die letzten, die noch in der Hand der Baronin waren, für DM 1,-). Auch das Gebäude, wo heute das Labor untergebracht ist, was zu Bernus' Zeiten als Garage benutzt wurde, Bernus hatte sein Labor immer innerhalb des Schlosses, und das Grundstück gingen zunächst in Form eines Darlehens, dann, nach Erlass des Darlehens ohne Zahlungen an den Italiener und Karin Proeller über.
Die Baronin hatte diese (und noch etliche andere) Transaktionen nicht wirklich begriffen, denn noch 1994/95 war sie der festen Überzeugung, dass das Soluna-Labor ihres sei, bis sie aufgeklärt wurde, dass das mitnichten der Fall war.
Als die Baronin das Ausmaß dessen begriff, was sie alles weggegeben hatte, versuchte sie auf rechtlichem Wege die sie belastenden Verträge rückgängig zu machen. Dies scheiterte und brachte ihr enorme Rechtsanwalts- und Gerichtskosten ein.
Das Materielle ist die eine Seite. Schlimmer war die geistige Seite, die Absichtsseite, die, wenn man sie einmal erlebt hat, einen begreifen lässt das an und für sich so einfach daher kommende Wort "...und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind...", was Bernus wohl auch 'mal in seiner ganzen Tragweite begriffen hat, denn er stellt dieses biblische Wort an den Schluss seines "Weltgesangs". Der böse Wille, die böse Absicht, das ist die Katastrophe, Fehler macht man wohl immer, aber die absichtlichen, die zielgerichteten Bösartigkeiten, das ist das, was die Welt zum Teufelsreich macht.
Also: als ich noch ganz frisch und neu und unbedarft in Donaumünster war, noch keine Infrastruktur von Bioläden und was man so an Umfeld mit sich überall herumträgt, hatte, verlangte Isa ein gekochtes Ei, "...aber von glücklichen Hühnern, keins von den gequälten.." fügte sie hinzu. Woher ein solches Ei bekommen? Ich wandte mich also an Karin und Marino, weil ich in mir bekannten Läden nur solche Legebatterien-Eier kaufen konnte, da sagten die beiden wie aus einem Mund: "Dann sagst du halt, dass es ein Bio-Ei wäre...." Das war meine erste Sprachlosigkeit hier. Wie, dachte ich, die lügen die Baronin an? Und das 2. Wie: ist es als alchemistisch denkender und fühlender Mensch, als der sich ja zumindest Marino Lazzeroni ausgab, nicht selbstverständlich, dass man diese Tierquälerei nicht unterstützt, und dass man außerdem möchte, dass die Baronin das Allerbeste zum Essen bekommt in ihrem Alter?
Diese Als-Obs hab ich dann zuhauf erleben müssen. Das war das, was mich ernstlich zum Handeln und zum Kämpfen brachte (neben dem, dass Bernus mir ganz schön einheizte in meinen Träumen, dass ich hier etwas zu tun hätte...): die Baronin wurde im Zustand des Als-Ob gehalten, im Schein, in Unwirklichkeiten. Diese Unwürdigkeit war für mich fast nicht zu ertragen, zu sehen, wie diese beiden Gestalten, die der Baronin das Wasser nicht reichen konnten und von morgens bis abends ihrem Schicksal hätten danken müssen, dass sie überhaupt in die Nähe dieser großen Seele gekommen waren, diese Seele belogen!
Die Baronin ist in ihren letzten Lebensjahren massiv, auf realer und geistiger Ebene, angegriffen worden, wobei Bernus' Tochter, aus zweiter Ehe, Ursula Pia, genannt "Ulla", die sich zeitlebens als "Hexe" und "Schwarzmagierin" in den Medien verkaufte, eine düstere Rolle gespielt hat. Bezeichnenderweise haben die Geister, die sie gerufen hatte, um andere Menschen zu schädigen, sich zuletzt gegen sie selbst gewandt, als sie, an jenem, für uns Beteiligte, denkwürdigen Ostermorgen, als Isa von einer fürchterlichen Lungenentzündung wieder genas, sich selbst das Leben nahm! - Goethes "Zauberlehrling" ist aktuell, wie eh und je!
Isa sagte drei Wochen vor ihrem Tod: "Du tust zu wenig gegen die Bösen!" Das hat mich sehr erschrocken. Als ich sie daraufhin fragte, was ich denn noch tun könne, schaute sie schon in ganz andere Sphären hinein und schwieg.
Isa war viel zu weise, um schwarz-weiß-Zuordnungen gelten zu lassen. Isa war nie ein "Lieschen Müller", das sich mit einfachen-einlinigen Rechnungen aufstellen begnügt. Wer am Ende "die Bösen" waren oder sind - ob die einfachen Zuordnungen, die damals auf der Hand lagen, wirklich stimmen - ich weiß es nicht.
Es ist vielleicht manchmal hilfreich, im Geiste wieder an Weite zu gewinnen. Es tut gut, platte Gegenüberstellungen aufzugeben, andere Sichtweisen hineinzulassen in das oft erstarrte Denkgefüge des eigenen intellektuellen Diskurses. Und so bleibt im Moment das dichterische Wort, das Isa immer wieder zitierte: "Es gab eine Zeit,und die Zeit ging vorbei. Und alles ist, wie es ist."
Irmhild Mäurer
P.S. Liebe Isa, ich werde nicht aufhören, die Dinge beim Namen zu nennen. Das ist eine legitime Art, gegen "die Bösen" sich zu stellen. Christoph Proeller will mich deshalb "halbtot" schlagen, wie er mir ankündigte, und von Hannes Proeller werde ich als "vertrocknete Fotze" betitelt. So sprechen die Jungs ohne Verkaufspublikum. Wenn sie was verkaufen wollen, könnten sie siebenarmige Leuchter und achteckige Brillengläser und siebenstufige Abwässer im Munde führen oder sinds nur achteckige Räume und siebenfältige Brunnen ?? oder was der seichten Eso-Lyrik mehr ist, in die der große Geist Bernus in Marketingstrategien verwurstet wird.
Der Löwenzahn und der Alchemist.
Ein Löwenzahn begibt sich auf die Suche. "Es muss doch einen Menschen geben, der weiß, wer ich bin. Ich will ihn suchen." Und er wandert und wandert. Da kommt einer zufällig des Weges und der Löwenzahn fasst sich ein Herz und hebt an: "Meister, ich will Dich etwas fragen." Der Zufällige ist sehr geschmeichelt, 'aha', denkt er, 'ich werde erkannt, man weiß, dass ich weiß.' Laut sagt er:"Schön bist Du, ein Traum. Sag mir Dein Problem, Du bist an den Richtigen geraten, ich kann Dir helfen!" Und der Löwenzahn beginnt: "Siehe, wir bringen Euch Menschen die Sonne auf die Erde. Im Mai, wenn wir mit unseren Köpfen uns emporrecken und von der Sonne und dem großen Jupiter die Kraft erhalten, machen wir Euch alles fröhlich und verwandeln alles um uns herum in Licht und Gelb und Licht. Auch wissen einige von Euch, dass unsere gezackten Blätter sehr gesund für Euch sind. Wir schenken uns Euch, wir wollen Euch gut tun. Die meisten Menschen haben das vergessen und nehmen uns unsere Plätze. Mit Stumpf und Stiel rotten sie uns aus, wir dürfen unsere Aufgabe nicht mehr ausführen. Weißt Du einen Rat?" "O ja", sagt der Zufällige, "ich weiß noch viel mehr von Dir. Ich kenne Deine Geheimnisse. Du bist nämlich nicht nur gesund, sondern Du kannst heilen.." Der Löwenzahn wächst ein wenig unter diesen Worten. 'Es gibt tatsächlich noch Einen', denkt er, 'tatsächlich'. "Und deshalb" fährt der Z. fort, "schauen wir, dass es Dir bei uns sehr gut geht. Wir geben Dir wunderbare Sonnenorte, Deine Blätter zupfen wir sanft ab, auch Deine Wurzeln graben wir sorgsam aus, denn die kranken Menschen, die mit ihrer Leber Probleme haben, brauchen Dich." Die Blätter des Löwenzahns röten sich ein wenig, sein Selbstwertgefühl hat so gelitten die letzten Jahre, dass so viel Lob auf einmal zuviel ist für ihn. Und deshalb schweigt er lieber. "Das ist aber noch nicht alles", fängt Z. wieder an, denn er belehrt gerne, und sei es nur einen Löwenzahn, " wir wissen auch genau, wie man Dir Deine Geheimnisse entlockt. Mit streng gehüteten Kunstgriffen bringen wir es fertig, dass wir Deine Kräfte uns nutzbar machen. Komm doch mit, ich zeig Dir, was wir alles können." Hoch erfreut beschließen sie, sich an dem wundersamen Ort zu treffen, wo der Löwenzahn seinen unsichtbaren Kräften begegnen kann. Da der Löwenzahn aber auf anderen Wegen wandert als der Mensch, sagt er: "Ich lasse im nächten Jahr meinen Samen so weit fliegen, dass er vor Deinem Haus landet, dann wollen wir uns wiedersehen." Das Frühjahr kommt, der Löwenzahn gießt sein Gelb wieder übers Land, als er sich dann in die Pusteblume verwandelt nimmt er ganz viel Kraft und bläst seinen Samen bis vor das Haus, von dem der Z. gesprochen hat. Aber, ach, was sieht er da? Seine Brüder, die vor ihm gelandet sind, braun, tot, ermordet. 'Oh', erbleicht der Löwenzahn, 'das versprochene Paradies ist doch nur eine Hölle.' Aber, da er schon den weiten Weg gemacht hat, klopft er an. Da tut sich die Tür auf, der Löwenzahn will mit seiner Frage anheben, aber da rufen alle: "Schon wieder ein Löwenzahn. Spritzt ihn tot, tot, tot, weg mit ihm" und knallen die Tür zu. Da macht der Löwenzahn sich wieder auf den Weg.